Die Kultur der Zeitschriften und die figurative Linie

Descrizione: 

In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen spielt sich in Florenz die intellektuelle Debatte in den Zeitschriftenredaktionen ab, die zur Entstehung eines eklektischen, angeregten und eng mit den darstellenden Künsten verbundene Klimas beitragen. Der figurativen Tradition wird, besonders nach dem Ersten Weltkrieg, viel Raum gewidmet. Einer ihrer wichtigsten Förderer ist der Kritiker Ugo Ojetti: In «Dedalo» (1920-1933) und «Pan» (1933-1946) vertritt er die Rückkehr zu einer Klassizität, die das Studium der Figur und die Wiederaufnahme der Themen der Malerei des Seicento, wie die Landschaft und das Stillleben, einschließt. Der Geist der Rückkehr zur Ordnung, der ab den Zehnerjahren Ojettis Tätigkeit bestimmt hatte, findet sich auch in Zeitschriften wie dem katholisch angehauchten «Il Frontespizio» (1929-1940) und der mit den toskanischen Künstlern und Intellektuellen des 20. Jahrhunderts verbundenen «Solaria» (1926-1936). Sehr viel weiter geht Giovanni Costetti, der in seiner Jugend neben Giuseppe Prezzolini, Giovanni Papini und Ardengo Soffici Mitarbeiter der Zeitschrift «Leonardo» (1903-1907) war. Soffici, ein lebhafter Protagonist der Florentiner Kultur, lässt nach dem Ersten Weltkrieg die Rolle des Brandstiftes hinter sich und setzt sich auf den Seiten von «Vraie Italie» (1919-1920) leidenschaftlich für die nach dem Vorbild Cézannes erneuerte toskanische Tradition ein.

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